Universität Flensburg

Geschichte der Textilkunst

Hauptsächlich dienten textilkünstlerische Arbeiten der Ausschmückung von Innenräumen sowie der Herstellung und Verzierung von Kleidungsstücken (Stoffdesign/Dekor). Die wichtigsten Dekorformen sind das Ornament und die figürliche Darstellung.

Eine der wichtigsten textilkünstlerischen Werke stellt der Teppich von Bayeux (Frankreich) dar, ein Gobelin-Wandbehang des Mittelalters. Wandteppiche waren ein Ausdruck der Zeit und thematisierten religiöse, weltliche, historische und allegorische Themen. Es sind hier gewirkte und gestickte Teppiche zu unterscheiden.

Zentren der europäischen Textilkunst waren Frankreich, die Schweiz, Süddeutschland und Belgien (u. a. Brüsseler Spitzen). Im 11. Jahrhundert ergaben sich Einflüsse durch orientalische Stoffe, die durch Zeugdruck bemustert wurden (Aufbringen eines Aufdrucks in goldener oder silberner Farbe). Einheimische Gewebe, hauptsächlich gefärbte Leinentücher wurden seitdem auf diese Weise bemustert. Eine weitere Druckart ist der Blaudruck.

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts eroberte die Seide von China aus den Okzident (z. B. Venedig, Köln). Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte die Herstellung textiler Waren, insbesondere der Produkte aus Baumwolle und gab ihnen eine neue Wertigkeit durch die Serienfertigung. Handgefertigte Textilien bzw. die Anwendung traditioneller Techniken erfuhren in der Zeit des Art Nouveau und des Bauhauses eine neue Bedeutung.

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